Background
Wer ist Klaus Reuter?
Klaus Reuter lernte sein Handwerk von der Pike auf: Zerspanungsmechaniker im bergischen Werkzeugbau, danach der Industriemeister Metall in der Abendschule. Sechs Jahre steuerte er die Fertigung bei einem mittelständischen Getriebehersteller, bevor Frank Böhmer ihn 2001 zu Boxenwerk holte — damals noch als Schichtführer in einer kleineren Halle. Als der Motorsport-Bereich wuchs, wuchs seine Verantwortung mit: 2009 übernahm er die Betriebsleitung. Er hat den Wandel von der Dreherei zum Präzisionsfertiger nicht nur miterlebt, sondern an den Maschinen mitgestaltet.
Reuter ist ein Mann der Halle, nicht des Büros. Er vertraut dem, was er anfassen und messen kann, und misstraut jeder Neuerung, die ihm zuerst als Folienpräsentation begegnet. Verlässlichkeit steht für ihn über Tempo: Ein Teil, das raus geht, muss stimmen — 100-Prozent-Prüfpflicht ist für ihn kein Zwang, sondern Berufsehre. Sein Führungsstil ist direkt, manchmal ruppig, aber seine Leute wissen, woran sie sind. 'Das haben wir immer schon so gemacht' ist bei ihm kein Totschlagargument, sondern der Ausgangspunkt einer Diskussion, die man mit guten Argumenten gewinnen kann.
Heute ist Reuter das Rückgrat der Fertigung: Er balanciert Serienlieferverträge, Lohnfertigung und die margenstarken Express-Aufträge auf einem begrenzten Maschinenpark. Mit Juniorchefin Lena Böhmer ringt er offen um das richtige Tempo der Digitalisierung — sie treibt, er bremst, und beide wissen, dass sie einander brauchen. Den KI-Assistenten Hermes hat er anfangs beäugt wie jede neue Software, doch dass Hermes ihm die Schichtübergaben zusammenfasst und bei kurzfristigen Prioritäten-Änderungen den Überblick behält, hat ihn nachdenklich gemacht. Er nutzt Hermes noch vorsichtig — aber er nutzt ihn.