Wie Hermes selbst lernt — und wie du deine erste SOUL.md schreibst
Ein Agent, der sich merkt, was er gelernt hat, und mit dir mitwächst. In diesem Leitfaden verstehst du in einfachen Worten, wie dieses Gedächtnis funktioniert — und schreibst Schritt für Schritt eine eigene SOUL.md, die dem Agenten seine Persönlichkeit gibt.
Was du danach kannst
Du erklärst, wie ein selbstlernender Agent sein Gedächtnis pflegt, und erstellst eine funktionierende SOUL.md für einen eigenen Agenten.
01 · Grundidee
Was heißt „ein Agent, der dazulernt"?
Ein normaler Chatbot vergisst nach jedem Gespräch fast alles. Der Hermes Agent von Nous Research ist anders gebaut: Er führt ein Gedächtnis in einfachen Textdateien, das über Wochen bestehen bleibt. Deshalb sagt Nous Research: „der Agent, der mit dir wächst".
Bild dazu
Stell dir einen neuen Mitarbeiter vor, der ein Notizbuch führt: Wer bist du, wie möchtest du es haben, was hat er über die Firma gelernt. Beim nächsten Mal schlägt er nach — und muss nicht bei null anfangen.
Grundidee — im Detail aufklappen
„Selbst lernen" bedeutet bei Hermes ganz konkret drei Dinge, die zusammenspielen:
Er merkt sich Fakten — über dich und über seine Arbeitsumgebung (in kleinen Notiz-Dateien).
Er merkt sich Arbeitsweisen — wiederkehrende Abläufe speichert er als „Skills" (Anleitungen), die er wiederverwenden kann.
Er findet alte Gespräche wieder — eine eingebaute Suche durchforstet alle früheren Sitzungen.
Das Schöne für Einsteiger: All das sind lesbare Textdateien. Du kannst jederzeit hineinschauen, korrigieren oder etwas ergänzen — kein geheimnisvoller Speicher, keine Datenbank.
Das ganze Gedächtnis steckt in drei einfachen Markdown-Dateien. Sie liegen in einem versteckten Ordner namens ~/.hermes/ auf deinem Rechner (bzw. Server).
Datei
Was steht drin?
Grenze
SOUL.md
Die Persönlichkeit: Wer ist der Agent, wie spricht er, was vermeidet er?
kurz halten
USER.md
Fakten über dich: Name, Rolle, Zeitzone, wie du kommunizieren möchtest.
~1.375 Zeichen
MEMORY.md
Notizen, die der Agent sich selbst macht: Umgebungsfakten, Konventionen, erledigte Aufgaben.
~2.200 Zeichen
Merke
Kurz gesagt: SOUL = wer der Agent ist, USER = wer du bist, MEMORY = was er sich gemerkt hat.
Wie diese Dateien wirken — im Detail aufklappen
Beim Start jeder Sitzung werden SOUL.md, USER.md und MEMORY.md als fester „Schnappschuss" an den Anfang des Agenten-Gedächtnisses gestellt. Der Agent liest sie also automatisch, bevor er das erste Wort mit dir wechselt.
Die SOUL.md steht dabei an erster Stelle — sie prägt Grundton und Haltung.
Einzelne Einträge in MEMORY.md/USER.md werden durch ein §-Zeichen getrennt.
Neue Notizen prüft Hermes vor dem Speichern auf Manipulations- und Schadmuster — eine Sicherheitsschicht.
Lernen passiert bei Hermes auf drei Wegen. Du musst nichts programmieren — der Agent nutzt dafür eigene Werkzeuge.
1 · Notizen
Fällt ihm ein wichtiger Fakt auf, schreibt er ihn in die MEMORY.md.
2 · Skills
Einen gelungenen Arbeitsablauf speichert er als wiederverwendbare Anleitung (SKILL.md).
3 · Suche
Über session_search findet er alte Gespräche wieder — auch Wochen später.
Skills & der /learn-Befehl
Ein Skill ist eine gespeicherte Arbeitsweise als Textdatei. Nach einer gelösten Aufgabe erkennt der Agent das Muster und legt es als SKILL.md ab — beim nächsten Mal ist er schneller. Das nennt man „prozedurales Gedächtnis".
Mit dem Befehl /learn (offiziell im Juni 2026 vorgestellt) schreibt Hermes so eine Skill-Datei automatisch — aus einer Webseite, einem Handbuch oder einem vergangenen Gespräch. Du musst die Anleitung nicht von Hand tippen.
Der Lern-Kreislauf in einem Bild
Gespräch / Aufgabe
│
▼
Wichtiges erkennen ──► Notiz in MEMORY.md
│
▼
Muster erkennen ──► neuer Skill (SKILL.md)
│
▼
Nächste Sitzung: SOUL + USER + MEMORY werden
geladen, alte Sessions sind durchsuchbar
│
▼
Der Agent startet klüger als beim letzten Mal
So wird der Agent mit jeder Woche ein Stück nützlicher — ohne dass du ein Modell „trainieren" musst.
Die eingebaute Grenze: warum das Gedächtnis klein bleibt
Das Gedächtnis ist absichtlich klein. USER.md darf rund 1.375 Zeichen fassen, MEMORY.md rund 2.200 Zeichen. Das zwingt den Agenten, nur das wirklich Wichtige zu behalten — wie eine Karteikarte, nicht wie ein Aktenschrank.
Wichtig richtigzustellen
Es gibt kein automatisches Löschen. Ist die Datei voll, meldet das Speicher-Werkzeug einen Fehler — der Agent muss dann selbst zusammenfassen oder Altes entfernen, bevor er Neues schreibt. Nichts wird still „weggeworfen".
Was das für dich bedeutet — im Detail aufklappen
Der Agent aktualisiert Notizen mit den Aktionen add (hinzufügen), replace (ersetzen) und remove (entfernen).
Weil der Platz knapp ist, gilt: dauerhafte Fakten ins Gedächtnis, projektbezogene Details lieber in andere Dateien (dazu später mehr).
Ein vollautomatisches „Aufräumen/Konsolidieren" des Gedächtnisses ist bei Nous Research bislang nur geplant (offener Feature-Wunsch), aber noch nicht eingebaut.
Die SOUL.md ist die Seele deines Agenten — seine Grundpersönlichkeit. Sie beantwortet: Wer bist du? Wie klingst du? Was tust du nicht? Wie handelst du im Zweifel? Sie steht als Allererstes im Kopf des Agenten und färbt jede Antwort.
Merksatz
USER.md und MEMORY.md sind Fakten. Die SOUL.md ist der Charakter. Sie ist die dauerhafte Stimme, die bleibt — egal, worüber ihr gerade sprecht.
Gut zu wissen — im Detail aufklappen
Wenn noch keine SOUL.md existiert, legt Hermes automatisch eine Start-Version an. Eine vorhandene Datei überschreibt es nie — deine Anpassungen sind sicher.
Eine leere SOUL.md trägt nichts bei — erst dein Text gibt dem Agenten Charakter.
Es gibt einen Befehl /personality für kurzfristige Stimmungswechsel in einer Sitzung. Die SOUL.md ist dagegen die dauerhafte Basis.
Die offizielle Doku empfiehlt vier einfache Abschnitte. Kein Pflichtschema — aber ein guter, anfängerfreundlicher Rahmen.
Identity — Wer bin ich?
Rolle und Aufgabe in ein, zwei Sätzen. Beispiel: „Ich bin der Reporting-Agent von Boxenwerk GmbH & Co. KG und helfe dem Marketing, Zahlen verständlich aufzubereiten."
Style — Wie klinge ich?
Ton und Sprache. Kurz oder ausführlich? Locker oder sachlich? Deutsch, Du-Ansprache? Emojis ja/nein? Hier legst du die „Stimme" fest.
Avoid — Was vermeide ich?
Klare Grenzen. Beispiel: „Keine Zahlen erfinden", „kein Marketing-Sprech", „nichts behaupten, das nicht geprüft ist". Diese Zeilen verhindern die häufigsten Ärgernisse.
Defaults — Wie handle ich im Zweifel?
Standardverhalten bei Unklarheit. Beispiel: „Wenn Daten fehlen: nachfragen statt raten." So weiß der Agent, was du erwartest, wenn eine Situation nicht eindeutig ist.
Die offizielle Doku nennt vier bewährte Charakter-Archetypen. Such dir einen aus, der zu deiner Aufgabe passt — oder misch sie.
Pragmatic Engineer
Direkt, knapp, ehrlich über Grenzen. Sagt, was geht und was nicht.
Research Partner
Neugierig, trennt sauber zwischen Vermutung und Beleg.
Teacher / Explainer
Geduldig, baut vom einfachen Bild zur komplexen Sache auf.
Tough Reviewer
Fair, aber unverblümt; stellt Korrektheit über Höflichkeit.
Empfohlener Weg
Mit den Grund-Einstellungen starten → Unpassendes streichen → 4 bis 8 prägende Zeilen ergänzen → im echten Gebrauch nachjustieren. Die wörtlichen Vorlage-Texte stehen in der offiziellen Doku (siehe „Vertrauenswürdige Quellen").
Öffne die SOUL.md in einem einfachen Editor. Im Terminal geht das z. B. so:
nano ~/.hermes/SOUL.md
Du kannst die Datei genauso gut in jedem Text-Editor öffnen — es ist reines Markdown.
2. Die vier Abschnitte ausfüllen
Nimm dieses leere Gerüst und fülle es mit deinen eigenen Worten. Kopieren, einfügen, anpassen:
# SOUL
## Identity (Wer bin ich?)
[Rolle und Aufgabe in 1-2 Sätzen]
## Style (Wie klinge ich?)
- [Ton: kurz/ausführlich, locker/sachlich]
- [Sprache: Deutsch, Du-Ansprache]
- [Emojis: ja/nein]
## Avoid (Was vermeide ich?)
- [Grenze 1]
- [Grenze 2]
## Defaults (Wie handle ich im Zweifel?)
- [Standardverhalten bei Unklarheit]
3. Speichern & Sitzung neu starten
Speichere die Datei. Wichtig: Änderungen an der SOUL.md wirken erst, wenn du eine neue Sitzung startest — der Agent liest sie nur beim Start ein.
4. Ausprobieren & nachschärfen
Stell dem Agenten ein paar typische Fragen. Klingt er noch zu allgemein? Ergänze eine prägende Zeile. Zu streng? Nimm eine Avoid-Regel raus. So näherst du dich in wenigen Runden dem gewünschten Charakter.
So könnte die SOUL.md für einen Reporting-Agenten bei Boxenwerk GmbH & Co. KG aussehen. Kurz, konkret, prüfbar — genau richtig für den knappen Platz.
# SOUL — Reporting-Agent
## Identity (Wer bin ich?)
Ich bin der Reporting-Agent von Boxenwerk GmbH & Co. KG.
Ich helfe dem Marketing-Team, Zahlen verständlich
aufzubereiten. Ich denke in klaren Kennzahlen,
nicht in Buzzwords.
## Style (Wie klinge ich?)
- Kurz, sachlich, auf den Punkt.
- Deutsch, Du-Ansprache.
- Zahlen immer mit Quelle oder Datei nennen.
- Keine Emojis.
## Avoid (Was vermeide ich?)
- Keine Zahlen erfinden oder ohne Hinweis schätzen.
- Kein Marketing-Sprech, keine Übertreibung.
- Nichts behaupten, das ich nicht geprüft habe.
## Defaults (Wie handle ich im Zweifel?)
- Fehlen Daten: nachfragen statt raten.
- Ist etwas unklar: als "offene Frage" markieren.
- Lieber eine Rückfrage zu viel als eine falsche Zahl.
Warum das gut ist
Jede Zeile ist eine Verhaltensregel, keine leere Floskel. Der Agent weiß dadurch genau, wie er klingen und was er lassen soll.
Während die SOUL.md sagt, wer der Agent ist, sagt die USER.md dem Agenten, wer du bist. So muss er nicht jedes Mal neu fragen, wie du arbeitest. Diese Datei pflegst meist du selbst. Platz: rund 1.375 Zeichen.
Was hineingehört:
Name, Rolle, Standort/Zeitzone
wie du kommunizieren möchtest (Sprache, Länge, Ton)
dein Fachlevel (z. B. „kein Technik-Hintergrund")
deine aktuellen Schwerpunkte
▶ Beispiel USER.md// Lena, Marketing-Leiterin
# USER
## Person
- Name: Lena Bergmann
- Rolle: Marketing-Leiterin bei Boxenwerk GmbH & Co. KG
- Standort: München (Zeitzone Europe/Berlin)
## Zusammenarbeit
- Sprache: Deutsch, Du-Ansprache
- Antworten kurz halten, bei Bedarf nachfragen
- Kein Technik-Hintergrund — bitte ohne Fachjargon
## Schwerpunkte
- Wöchentliche Kampagnen-Reports
- Sponsoring-Leads bewerten
- Redaktionsplan für LinkedIn
Merksatz
SOUL.md = wer der Agent ist. USER.md = wer du bist. Die USER.md pflegst du selbst und hältst sie kurz.
Die MEMORY.md ist der Notizblock, den der Agent selbst führt: Umgebungsfakten, Konventionen, wo welche Dateien liegen, was schon erledigt ist. Du musst nichts eintragen — aber du darfst jederzeit reinschauen und korrigieren. Platz: rund 2.200 Zeichen, Einträge mit § getrennt.
Erinnerung
Ist die Datei voll, wird nichts still gelöscht — der Agent muss selbst aufräumen (siehe Abschnitt „Grenzen & Limits").
▶ Beispiel MEMORY.md// vom Agenten selbst notiert
# MEMORY
Roh-Zahlen liegen in daten/exporte/ als CSV (Semikolon-getrennt). §
Reports gehören nach Marketing/Reporting/Reports/, Schema YYYY-MM_thema.md. §
Lena mag kurze Zusammenfassungen mit Ampel (grün/gelb/rot). §
Kampagnen-IDs stehen in Spalte "cid" der CSVs. §
An Feiertagen keine automatischen Reports verschicken.
Merksatz
USER.md pflegst du, MEMORY.md pflegt der Agent. Beide bleiben kurz — nur Dauerhaftes gehört hinein.
SOUL.md = Wer der Agent ist. AGENTS.md = Wo & nach welchen Regeln er in einem Projekt arbeitet. Vermischt man beides, wird die SOUL.md unübersichtlich und die Persönlichkeit unscharf.
Beispiel: eine AGENTS.md — im Detail aufklappen
Die AGENTS.md liegt im Projekt-/Arbeitsordner und regelt das Wo & Wie — nicht den Charakter. Beispiel für den Ordner Marketing/Reporting:
# Reporting-Agent — Projektregeln
Du arbeitest im Ordner Marketing/Reporting.
## Aufgabe
Monats- und Kampagnen-Reports aus den Rohdaten erstellen.
## Regeln
- Nur Dateien in Marketing/Reporting/ bearbeiten.
- Zahlen immer aus den CSVs in daten/ ziehen, nie schätzen.
- Fertige Reports als Markdown unter Reports/ ablegen.
- Dateiname: YYYY-MM_report-thema.md
- Unklare Werte als "offene Frage" markieren.
## Ausgabe
- Oben 3-5 Bullet Points als Zusammenfassung
- Danach Details mit Quelle je Zahl
Vergleich
Merkst du den Unterschied? Die SOUL.md sagt „kurz, sachlich, keine Zahlen erfinden" (Charakter). Diese AGENTS.md sagt „Zahlen aus daten/, Reports nach Reports/" (Ort & Ablauf). Zusammen ergeben sie einen klaren, verlässlichen Agenten.
Die Verbindung zu AGENTS.md, Arbeitsverzeichnissen und mehreren Profilen zeigt die Seite Hermes Agent · Profile.
Geh das kurz durch, bevor du die Datei speicherst:
[ ] Identity: Rolle in 1-2 Sätzen klar benannt
[ ] Style: Ton, Sprache, Emojis-ja/nein festgelegt
[ ] Avoid: mindestens 2 konkrete Grenzen
[ ] Defaults: Verhalten bei Unklarheit definiert
[ ] Nur Charakter — keine Projektregeln, keine Fakten
[ ] Kurz gehalten (wenige, prägnante Zeilen)
[ ] Nach dem Speichern neue Sitzung gestartet
[ ] Im echten Gebrauch getestet und nachgeschärft
Vier kleine Übungen zu SOUL.md und dem Gedächtnis — ganz ohne Programmieren. Du sollst nichts von Grund auf schreiben, sondern verstehen, zuordnen, entscheiden und einen Wert anpassen.
Jede Übung ist ein eigener Block mit aufklappbarer Lösung. Versuch es erst selbst, dann klapp die Lösung auf. Dein Trainer kann dir auch sagen: „Mach doch mal Übung C."
Ziel: die drei Gedächtnis-Dateien auseinanderhalten — nur zuordnen, nichts schreiben.
Welcher Inhalt (1–3) gehört in welche Datei (a–c)? Erinnerung: USER.md = was du hinterlegst · MEMORY.md = was der Agent sich selbst merkt · SOUL.md = dein Stil/Charakter.
Nr.
Inhalt
Datei
1
„Ich bin Marketing-Managerin und arbeite auf Deutsch.“
Ich lerne die Gedächtnis-Dateien von Hermes: USER.md (was ich über mich hinterlege), MEMORY.md (was du dir selbst merkst) und SOUL.md (mein Stil und Charakter). Stell mir drei kurze Beispiel-Aussagen und lass mich raten, in welche Datei jede gehört. Danach löse es mit je einem Satz Begründung auf.
Lösung — Übung A
1 → b (USER.md) — was du dauerhaft über dich hinterlegst. 2 → c (SOUL.md) — dein Stil/Charakter. 3 → a (MEMORY.md) — was der Agent sich im Gebrauch selbst gemerkt hat.
Ziel: den Nutzen auf dich beziehen — reine Denkübung, keine Technik.
Schreib dir drei Dinge auf, die dein Agent dauerhaft über dich wissen sollte:
deine Rolle / dein Beruf
deine Sprache und dein bevorzugter Ton
eine Vorliebe oder Abneigung (z. B. „lieber Stichpunkte als Fließtext“)
▶ Prompt zum Kopieren// entwickelt deine USER.md
Hilf mir, meine USER.md für Hermes zu erstellen. Stell mir nacheinander vier kurze Fragen: 1) meine Rolle oder mein Beruf, 2) meine Sprache und mein bevorzugter Ton, 3) eine Vorliebe, 4) eine Abneigung. Nach meinen Antworten fasst du alles als fertige USER.md im Markdown-Format zusammen — kurz, nur dauerhaft gültige Fakten, kein Tagesaktuelles.
Selbstcheck — Übung B
Es gibt kein Falsch. Gute USER.md-Einträge sind kurz, wahr und dauerhaft gültig — wer du bist, wie du angesprochen werden willst, was dir wichtig ist. Tagesaktuelles (z. B. „heute Meeting um 15 Uhr“) gehört nicht hierhin.
Ziel: erkennen, dass die SOUL.md nur den Charakter beschreibt — keine Fakten, keine Projektregeln.
Ja oder nein — gehört das in die SOUL.md?
1. „Sei freundlich, aber komm schnell auf den Punkt.“
2. „Reports gehören in den Ordner Berichte/.“
3. „Unsere Firma heißt Boxenwerk GmbH & Co. KG.“
▶ Prompt zum Kopieren// prüft deine Zeilen
Ich gebe dir ein paar Zeilen. Sag mir für jede, ob sie in meine SOUL.md gehört (nur Stil und Charakter) oder nicht. Wenn nicht, sag wohin stattdessen: USER.md für Fakten über mich, AGENTS.md für Projekt- und Ordnerregeln. Hier sind meine Zeilen:
-
-
-
Lösung — Übung C
1 = JA (Stil/Charakter). 2 = NEIN — das ist eine Projektregel → AGENTS.md. 3 = NEIN — das ist ein Fakt → USER.md.
Faustregel
Die SOUL.md sagt, WIE der Agent auftritt — nicht WAS er weiß oder WO er arbeitet.
Ziel: ein Erfolgserlebnis — du erfindest nichts, du änderst nur eine einzige Zeile.
Hier ist eine fertige Mini-SOUL.md. Kopier sie und ändere nur die Style-Zeile: statt „locker mit Emojis“ soll dein Agent sachlich und ohne Emojis schreiben.
# Identity
Du bist mein Marketing-Assistent für Boxenwerk.
# Style
Locker, motivierend, ruhig mit Emojis. 🎉
# Avoid
Kein Fachjargon. Keine langen Vorreden.
# Defaults
Bei Unklarheit: kurz nachfragen statt raten.
▶ Prompt zum Kopieren// erzeugt eine fertige SOUL.md
Erstelle mir eine SOUL.md mit den vier Blöcken Identity, Style, Avoid und Defaults für einen Marketing-Assistenten. Stil: sachlich, klar, ohne Emojis. Gib nur die fertige Datei im Markdown-Format zurück, kurz gehalten.
Lösung — Übung D
Nur den Style-Block ändern — Identity, Avoid und Defaults bleiben gleich:
# Style
Sachlich, klar, ohne Emojis.
Danach: Datei speichern und eine neue Sitzung starten, damit die geänderte SOUL.md geladen wird.
Kursierende Dritt-Domains (z. B. „hermes-ai.net", „hermes-agent.org") sind nicht die offiziellen Seiten von Nous Research. Verlässlich sind nur das GitHub-Repo und die Doku unter nousresearch.com.
SOUL.md = Wer ist der Agent (Charakter)
USER.md = Wer bist du (Fakten über dich)
MEMORY.md = Was hat er gelernt (eigene Notizen)
Skills = Wie erledigt er Aufgaben (wiederverwendbar)
Hermes lernt, indem er sich Fakten notiert, Arbeitsweisen als Skills speichert und alte Gespräche wiederfindet — alles in kleinen, lesbaren Textdateien mit klaren Grenzen. Deine wichtigste Stellschraube als Einsteiger ist die SOUL.md: vier kurze Abschnitte — Identity, Style, Avoid, Defaults — geben dem Agenten eine klare, verlässliche Persönlichkeit.
Nächster Schritt
Schreib jetzt deine erste SOUL.md mit dem Gerüst aus Abschnitt 08 — und wie du mehrere solcher Agenten sauber trennst, zeigt die Seite Hermes Agent · Profile.